Bockgruppe (Meeri)

Böckchenhaltung bei Meerschweinchen

Es besteht immer noch das Gerüchte, das sich reine Bockgruppen unter den Meerschweinchen nicht verstehen. Viele sind im glauben, wenn sie 2 unverträgliche Böcke kastrieren lassen, dann würden diese sich nach der Kastration verstehen. Die ist aber leider nicht so, denn Fakt ist, das das Verhalten nach einer Kastration sich bei einem Meerschweinchenbock nicht ändert, da das Sozialverhalten nichts mit der Sexuellen Potenz oder dem Hormonhaushalt zu tun hat. Ob Meeri- Böcke sich verstehen hängt in vielen fällen von der Haltung ab und vom Charakter des Tieres, sollten sich 2 Böcke unkastriert nicht verstehen, wird eine Kastration nichts daran ändern.

Was man bei der reinen Bockhaltung beachten sollte:

Pro Bock sollte eine Grundfläche von mind. 0,5m² zur Verfügung stehen, da Böcke viel Platz brauchen, um sich aus dem Weg zu gehen. Ein Käfig von 120 x 60cm ist das Minimum an Platz, größer wäre besser. Häuser und Heuraufen sollten nicht aufgestellt werden, da Böcke sich gern um diese streiten. Man kann den Tieren auch eine dunklere, großzügige Etage einbauen, wobei man darauf achten muss, das genug Ausweichmöglichkeiten bestehen. Wenn 2 Jungböcke zusammen aufwachsen verstehen diese sich oft ein Leben lang, jedoch kann es in der Pubertät mal zu Rangkämpfen kommen (2-3 Monaten und mit 6-12 Monaten). Meist legen sich diese Streitereien von selbst, es kann aber auch passieren, dass sich die Tiere nicht mehr vertragen, dabei ist es egal, ob es Geschwister sind oder nicht.

Man kann auch einen Altbock mit einem Jungbock sehr gut vergesellschaften, wobei man beachten muss, dass der Jungbock nicht älter wie 8 Wochen sein darf. Meist ordnet sich der Jungbock dem ältern Bock unter, aber eine Garantie dass es klappt, kann keiner geben.

Auch kann man mehrere Jungtiere zu einem Altbock setzten, da der ältere Bock die Rangordnung sehr schnell festlegt. Man darf aber kein einzelnes Jungtier zu mehreren Altböcken setzten. 2 Ältere Böcke zu vergesellschaften ist nicht einfach und sollte von unerfahrenen nicht versucht werden. Im Käfig sollten auch immer 2 Heuraufen, 2 Wasserstellen sowie 2 Futterstellen vorhanden sein, damit es nicht zu Streitereien kommt. Es können durchaus auch mehrere Futterstellen angeboten werden. Man sollte es auch vermeiden, die Böcke zu trennen, da es schon nach einem Tag passieren kann, dass sich die Tiere nicht mehr erkennen und somit auch nicht mehr vertragen. Dies würde dann zu einem Kampf unter den Böcken führen.

Man sollte auf eine gerade Anzahl der Tiere achten, da es in der Regel besser klappt, als eine ungerade Zahl. Ab einer Anzahl von 5 Tieren spielt dies allerdings keine Rolle mehr. Böcke müssen nicht kastriert sein, da sich das Verhalten der Tiere durch eine Kastration nicht ändert. In einer gut funktionierenden Bockgruppe sollte man kein weites Böckchen dazusetzten, da dieses Unruhe bringen kann, was dazu führen kann, das sich die Tiere nicht mehr vertagen.

Man sollte es auch meiden Weibergruppen im gleichen Raum unterzubringen wie die Bockgruppe. Es kann vorkommen, dass die Bockgruppe neben der Weibergruppe friedlich bleibt, jedoch besteht ein erhöhtes Risiko, das es in der Bockgruppe zu Rangkämpfen um die Weibchen kommt.

Die normalen Vergesellschaftungsregeln gelten auch für Bockgruppen. Man sagt, das Bockgruppen friedlicher und weniger zickig sind, als Weibergruppen. Wenn man sich an die Regeln hält, dann klappt das zusammenleben zweier unkastrierter Böcke sehr gut und es gibt nur selten Probleme. Es gibt auch sehr dominante Böcke, die sich einem anderen Bock nicht unterordnen wollen und somit nicht in eine Bockgruppe integrieren lassen. Nach 2 gescheiterten Vergesellschaftungsversuchen zwischen Böcken, sollte man das unverträgliche Tier kastrieren lassen und ihn dann mit einem Weibchen vergesellschaften.

Möhres Erfahrungen mit Frühkastration beim Böckchen:
Sie ließ einen Bock mit 4 Wochen und mit einem Gewicht von 250-300 Gramm kastrieren, es kam zu keinerlei Problemen mit der Wundheilung, sodass er heute mit vier weiteren Mädels in einer schönen Gruppe leben kann. Man merkt ihm an, dass nicht das Bedürfniss hat, seine Mädels zu besteigen. Wenn es zu den Auswirkunge der OP zählt, wirkt der Bock tatsächlich robuster als regulär kastrierte Böckchen.