Zusammenführung

Kaninchen

Vorbereitung einer Zusammenführung:

Ein Neuankömmling sollte zuerst in Quarantäne (1-2 Wochen allein in einem separaten Raum) gehalten werden, um keine Krankheiten in den Bestand zu holen.
Eine Routineuntersuchung beim TA ist aus diesem Grund auch nötig. Zusätzlich raten wir dazu eine Kotprobe abzugeben um Parasiten oder verstärkten Bakterienbefall auszuschließen.

Die Methode, dass sich die Tiere in benachbarten Käfigen kennenlernen ist meist kontraproduktiv und sollte bitte nicht als Primärlösung betrachtet werden. Am besten haben sich die Tiere zuvor noch nie gesehen und gerochen, denn es könnten sich sonst Aggressionen aufbauen.

Sollen Kaninchen zusammengeführt werden, die sich doch bereits kennen und eventuell aus Krankheit oder anderen Gründen getrennt werden mussten:
Trenn die Tiere auch komplett voneinander ab, ohne Sicht- und Riechkontakt, das bedeutet verschiedene Räumlichkeiten.
Diese Trennung sollte ca. zwei Wochen andauern, bevor man die Tiere erneut vergesellschaftet. Ist die Beziehung der beiden schwierig, da es sich um dominante Tiere handelt kann die Trennung auch länger als 14 Tage dauern, das ist u.U. sicherer.

Eine Zusammenführung soll gut geplant sein, man braucht Zeit dafür, denn man sollte die Kaninchen die ersten 5-7 Stunden nicht unbeaufsichtigt lassen. Prima wäre ein verlängertes Wochenende, an dem man wirklich Zeit hat um die Kleinen zu beobachten.
Für eine Vergesellschaftung braucht man ein neutrales Gebiet. Am besten ist es man stellt den Kaninchen einen Raum zur Verfügung in dem noch keiner von ihnen war, somit stellt auch keines von ihnen Revieransprüche. Dort stellt man verschiedene Versteckmöglichkeiten auf, z.B. Röhren, Tunnel, ein paar Kartons mit mehreren Ausgängen. Erhöhungen werden bei einer Zusammenführung auch gerne genommen, dazu nimmt man eventuell den Käfig (die Käfigtüren bei einer Zusammenführung verschlossen lassen, wegen der Verletzungsgefahr). Darauf kommt eine dickere Decke, so können sie sich nicht verletzen an dem Gitter.

Tip:
Badezimmer, Keller, Küche oder andere weniger frequentierte Räume mit Steinboden oder Fliesen sind nach der VG leicht zu reinigen!

Bevor nun die Racker den Raum betreten kann man noch Futter (z.B. Äpfel, Karotten, Salat klein schneiden) verteilen, das lenkt sie ein bisschen ab.

Nun geht's los:

Am besten ist, man setzt alle Tiere gleichzeitig ins Gehege. Denn zuerst wird es ruhig bleiben und nur geschaut, was wo ist und wie alles schnuppert. Dann später erst entdecken sich die Kaninchen uns es kommt zu Rangkämpfen.
Man kann Gerammel oder auch Jagen beobachten, doch keine Sorge das ist normal und auch wenn Fell ausgerissen wird und nun herumfliegt. Gegenseitiges Zwicken gehört ebenso dazu, dass der Rang geklärt wird. Es sind nunmal Tiere, die sich anders ausdrücken als wir Menschen.

Was sie aber nicht dürfen ist, sich fest ineinander verbeißen, dass die Genitalien gebissen werden und Blut fließt!
Wenn die Gesundheit der Tiere leidet, dann bitte trennen bevor es zu größeren Verletzungen kommt: wenn eine Tier verletzt ist dann natürlich erstmal zum Tierarzt und VG abbrechen. Dennoch muss hier gut getrennt werden zwischen ernsten Verletzungen und kleinsten Verletzungen die dazugehören.

Beispiele:

  • Oberflächliche Hautverletzungen durch ausgerissenes Fell: nicht trennen!
  • Nicht blutender Riss im Ohr: nicht trennen!
  • Kleine oberflächliche und minimal krustige Bissverletzungen der Haut: nicht trennen!
  • Ein Tier ist verschüchtert und traut sich nicht aus seiner Ecke: nicht trennen!
  • Dauerhaftes Verbeißen in den Genitalien, mit Verletzungen: trennen, zum Tierarzt fahren und erst nach 14 Tagen erneut versuchen!
  • Tiefere Wunden der Haut mit blutenden Wunden die durch den TA behandlungswürdig sind: trennen und in 14 Tagen erneut versuchen!
  • Tiere und konstant blutende Risse in Ohren, Augenlidern, Nase: sofort trennen und zum TA! In 14 Tagen erneut versuchen.

Noch einmal ganz wichtig:
Trennt die Tiere nicht, wenn ihr nicht sehen könnt, wie sie streiten. Das ist kontraproduktiv und macht es nur schlimmer. Jede Zusammenführung ist für die Halter unangenehm zu beobachten, aber solange sich kein Tier ernsthaft verletzt, sollten sie wirklich zusammenbleiben und nicht getrennt werden.
Die Zusammenführung st erst dann beendet, wenn die Tiere sich komplett und konstant akzeptieren, miteinander fressen, nebeneinander schlafen und kuscheln. Das kann bis zu 4 Wochen dauern ist aber nicht der Regelfall.
Wer zu früh vom VG-Raum in das Dauergehege umzieht riskiert ebenfalls einen Einbruch des Gruppengefüges und es beginnt von vorn. Also habt Geduld mit den Kleinen, sie werden es euch danken.

Bilder einer Zusammenführung:



Vergesellschaftung von Meerschweinchen

Es gibt 4. verschiedene Varianten um Meeris zu halten:

  1. 2 Weibchen
  2. 1 Weibchen + 1 Bock
  3. Mehrere Weibchen + 1 Bock
  4. 2 Böckchen

Erstmal das Allgemeine zur Vergesellschaftung von Meerschweinchen und danach die 4. Varianten der Haltungsform.
Grundsätzlich sind alle Meeris friedfertige Tiere, aber jeder hat einen anderen Charakter. Man sollte darauf achten, dass die Gruppe sehr harmonisch ist und keine Spannungen in der Luft liegen, wer schon ein dominantes Weibchen hat, sollte dazu kein weiteres dominantes Weibchen setzen, das geht zu oft daneben.

Zur Frage: Warum nur 1. Bock bei Weibchen?

Noch ein Männchen wird meist als Rivale angesehen und muss so lange bekämpft werden, bis er aus dem Revier vertrieben ist, außer das Revier ist so groß und es sind so viele Weibchen da, dass sie sich aus dem Weg gehen können. Das ist aber bei regulärer Heimtierhaltung und Anfängern nicht zu empfehlen.

Die Vergesellschaftung

  • Fang nicht erst abends an!
  • Eine VG kann unter Umständen einige Tage bis Wochen dauern, also abwarten und Nerven zusammen nehmen.
  • Nutze einen neutralen Ort, d.h. gegebenenfalls Badezimmer bei Freunden oder in einem umplatzierten Gehege!
  • Wenn du die Vergesellschaftung in bereits bewohntem Gehege machst, dann muss vorher alles mit Essigwasser gereinigt werden, damit keine alten Reviergerüche bestehen und alles neutral ist.
  • Mach es, wenn es eigentlich Futter gibt (morgens), dann wird erstmal gefressen und dann erst sehen die Kleinen den Neuankömmling.
  • Alles rausnehmen was Streit bedeuten kann, d. h. alles wo es nur einen Ein- und Ausgang gibt (z.B. Schluchten, Häuser). Am besten sind auch immer mindestens 2 Heuraufen, 2 Trinknäpfe und das Frischfutter auf dem Boden verteilt- das gilt auch bei weniger als drei Meeris.
    Meeris brauchen kein Haus, nur was dunkles und ruhiges zum drunter kuscheln, d. h. Du kannst alternativ ein tiefes Brett im Gehege einbauen. Möchtest Du nicht auf Häuser verzichten, braucht das Haus wenigstens zwei Ein- und Ausgänge.
  • Denk dran: Meeris sind Fluchttiere und brauchen viele Versteckmöglichkeiten ( z.B. Das Heu auf der Heuraufe bis zum Boden hängen lassen, Baumstämme, tiefe und/ oder hohe Bretter mit Aufgang und verschiedene Räume im Gehege schaffen)

Die 4. verschiedenen Varianten der Meerschweinchenhaltung.

  1. 2 Weibchen
    Man kann auch nur 2 Meeridamen halten, aber es müssen wenigsten zwei sein, weil Meerschweinchen Gruppentiere sind. Die Mädels sollten gut zueinander passen, vielleicht sogar Geschwister sein. Achtung: Zickenalarm !!!
  2. 1 Weibchen + 1 Bock
    Hier sollte man darauf achten, dass der kleine Kerl kastriert ist, den Nachwuchs ist unerwünscht (es gibt genügend Meeris im Tierheim). Bei dieser Haltung gibt es eventuell ein Problem: der Bock fühlt sich unterfordert- er braucht mindestens zwei Weibchen um sich herum.
  3. Mehrere Weibchen + 1 Bock
    Dies ist die schönste Variante: der Bock hat viel zu tun und die Weibchen können sich nicht streiten, weil der Bock die Rolle des Schiedsrichters übernimmt. Hier hört man die meisten Laute, es müssten aber mindestens 3 Meeris sein.
  4. Böckchenhaltung
    Besonders passend: ein Bruderpaar oder 2 Männchen die sich im Tierheim gesucht und gefunden haben. Auch passend, aber riskanter: es ein älterer Bock (geschlechtsreif) und ein Baby (noch nicht geschlechtsreif). Da hast du gute Chancen, dass sich beide verstehen und sich gut entwickeln.
    Achtung: Jungböcke haben noch nicht das notwendige Sozialverhalten erlernt. Verstehen sich die Beiden überhaupt nicht, hilft auch keine Kastration.
  5. Nie Weibchen im selben Zimmer halten, sonst entsteht Agressionsverhalten!

Bilder einer Zusammenführung:





Achtung!

Hier der Link ins Forum: klick
Besonders gut bei ungeklärten Fragen, oder wenn Du einfach Hilfestellung wünscht.