Blindheit
Maren schrieb uns folgendes:
Zuerst habe ich nie mit dem Gedanken gespielt, mir mal ein blindes Kaninchen anzuschaffen, doch dann kam alles anders. Ich stöberte die Vermittlungsanzeigen in verschiedenen Foren durch und bin dann auf meine Müsli gestoßen. Es war liebe auf den ersten Blick. In der Anzeige stand auch drin, das sie blind ist und ich setzte mich mit dem Tierschutzverein in Verbindung, um erstmal mehr über Müsli zu erfahren und auch, was man bei einen blinden Kaninchen beachten muss.
Im Grunde sind blinde Kaninchen nicht anders als sehende, nur eben das sie blind sind. Es sollte darauf geachtet werden, das man seine Möbel nicht alle paar Wochen umstellt, sondern diese so stehen lässt, wie sie sind. Das ist für die Orientierung besser. Das Futter, Heu und Wasser sollte auch immer an der gleichen Stelle stehen, damit sie sich besser orientieren kann in ihrem eigenen Käfig.
Was man mir nur nicht sagen konnte war, wie sich meine Gruppe ihr gegenüber verhält. Als sie dann bei mir war, habe ich sie erstmal in ihren neuen Käfig gesetzt, den sie auch gleich erkundete. Nach 14 Tagen Eingewöhnungszeit habe ich sie dann in die Küche gesetzt, wo die Zusammenführung stattfinden sollte. Für eine Stunde ließ ich sie dann alleine in der Küche, damit sie den Raum erkunden konnte und auch die Verstecke auskundschaften konnte, ich denke, den kleinen Vorteil kann sie ruhig haben.
Dann kam die Stunde der Wahrheit, ich holte die anderen und nichts passierte. Ich habe mich dann in die Küche gesetzt, um zu sehen was passiert. Nach 3 Stunden kuschelten alle schon zusammen und putzten sich gegenseitig. Zwei Tage später habe ich dann alle in das Wohnzimmer geholt, wo sie heute noch rumhoppeln. Alle respektieren sie auch und es gab bis jetzt keinerlei Reibereien oder andere Probleme. Ich musste mich erstmal daran gewöhnen, dass ich die blinde Müsli nicht von oben packe, sondern ihr erst die Hand hinhalte und dann streicheln oder rausnehme. Im Grunde ist sie wie meine anderen Kaninchen auch, nur dass sie schon mal knurrt oder einen etwas zwickt, was ich ihr aber nicht übel nehme.
Ganz ehrlich gesagt hatte ich am Anfang auch meine Zweifel, ob ich sie wirklich nehmen sollte. Aber als sie erstmal da war, habe ich gesehen, das sie bestens zurechtkommt und sich die Umgebung sehr gut merken kann. Auch wenn mal etwas im Weg ist, läuft sie dies nicht um, sondern schnüffelt daran und geht dann daran vorbei. Ein blindes Kaninchen hat auch immer einen besonderen Bezug zu einem bestimmten Artgenossen, so habe ich es mitbekommen. Denn meine Müsli und ihr bester Freund sind unzertrennlich und sollte einer doch mal fehlen, dann suchen sie solange bis sie wieder zusammen sind. Ihr Kumpel hilft ihr auch, sich zu orientieren. Ich kann nur sagen, das man sich ruhig ein blindes Kaninchen holen kann und keine Angst haben braucht, denn die anderen Kaninchen kommen auch mit ihrer Blindheit bestens zurecht. In meinen Augen macht die Unwissenheit die größten Zweifel.
Neueste Kommentare
vor 13 Wochen 1 Tag
vor 13 Wochen 1 Tag
vor 14 Wochen 2 Tage
vor 17 Wochen 4 Tage
vor 19 Wochen 4 Tage
vor 21 Wochen 2 Tage
vor 21 Wochen 6 Tage
vor 44 Wochen 5 Tage
vor 48 Wochen 2 Tage
vor 51 Wochen 4 Tage