E.C.

Sabine schickte uns einen Erfahrungsbericht zum Thema E. Cuniculi.
Darin beschreibt die auch die Therapieform mit der ihrem Kaninchen geholfen wurde.

Vor einigen Wochen begann von Kaninchen Napoleon von einem Tag auf den anderen beim Freilauf draußen im Garten zu stolpern. Anfangs dachte ich mir nichts dabei, weil es ihm sonst anscheinend gut ging:
Verhalten, Essgewohnheiten, Verdauung alles unauffällig.
Zwei Tage später hat er seinen Napf nicht mehr angerührt, saß in der Ecke und war zu nichts zu bewegen. Wenn er sich bewegte, dann nur verzögert und unter starkem Schwindel. Die TÄ, die wir noch am selben Tag aufsuchten, meinte, dass er an einer durch den starken Fellwechsel begünstigten Verstopfung und einer Infektion litt (er hatte eine feuchte Nase und eine Woche davor ein gerötetes Auge, darüber hinaus eine erhöhte Temp. Von 38,9). Sie verabreichte ihm das Schmerzmittel Metacam, das Antibiotikum Marbocyl FD und Vitamine. Am Nachmittag begann er wieder etwas zu fressen, die Gleichgewichtsstörung wurden aber so schlimm, dass er bei der kleinsten Bewegung oder Berührung umfiel und sich fast überschlug. Die TÄ meinte, dass der Schwindel von der Infektion verursacht werden könnnte, wollte sich Napoleon aber Montag (es war Sa.) noch mal anschauen.

Montag bei der TÄ folgte noch einmal eine gründliche Untersuchung, da sich sein Zustand kaum verbessert hat. Da die Temperatur nochmals gestiegen war, checkte sie ihn noch mal komplett durch und stellte dann fest, dass er unter neurologischen Ausfällen litt (Pupillenreflex) und der Kopf unter eine leichten Schiefhaltung litt. Dann folgte die Diagnose E. Cuniculi, genau die Krankheit, von der ich schon so manch schlimmes gelesen habe. Sie begann sofort mit der Therapie, die ich dann wochenlang zu Hause weiterführen musste, die Alternative bei Fehlschlagen der Medikamentation: Euthanasie.
Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie sehr mich dieses Ergebnis traf, deshalb wollte ich umso mehr, dass Napoleon wieder gesund wird. Am wichtigsten bei der Diagnose E. Cuniculi ist die sofortige Gabe einer Wurmkur gegen den Parasitenbefall, d.h. mind. 4 Wochen 0,6-0,7ml Fenbenol-Paste/Tag.
Dazu eine Spritzenkur (in unserem Fall 15 Stück) aus den beiden AB Sulphil N und Baxyl (jeden 2. Tag), einem Vitamin-B-Complex und dem Cortison Dexamethason.
Jetzt, nach dreiwöchiger Behandlung, gebe ich ihm zusätzlich noch Vitamine (Tropfen), Ginko und Hypericum (in Globuli-Form), um Durchblutung anzuregen und den Kreislauf zu stabilisieren. Die TÄ meinte zwar, dass er noch nicht über dem Berg sei, aber sich schon sehr gut gemacht hat. Natürlich muss ständig auf Anzeichen dieser Krankheit geachtet werden, um einen Rückfall sofort (!) zu diagnostizieren.

Falls ihr bei eurem Ninchen irgendwelche Anzeichen für diese Krankheit entdeckt (Verdauungsprobleme, Apettitlosigkeit, Schwindelanfälle, Kopfschiefhaltung etc.) dann zögert keinen Moment und fahrt sofort zu eurem TA. Natürlich kann es sich immer auch um eine Ohrinfektion handeln oder sonstige Ursachen haben, besteht aber auf eine gründliche Untersuchung. Falls ihr leider wirklich das Pech habt, dass eurer Liebling an dieser heimtückischen Krankheit erkrankt ist, scheut keine Mühen ihn wieder fit zu kriegen. Ich weiß, dass es sehr anstrengend und belastend sein kann, aber bitte versucht es.

Viel Glück mit euren Ninchen und alles Liebe,
wünscht Sabine K.