Befall Fliegenmaden


Fliegenmaden

Eine Leserin schickte uns ihren Bericht:
Ich möchte gerne einen Erfahrungsbericht zu einem leider nicht sehr angenehmen Krankheitsthema bei Kaninchen beisteuern.
Nein, leider wurden auch meine Hoppler nicht von Fliegenlarven verschont. Schon mehrmals hatten wir, obwohl wir unsere Kaninchen bestens versorgen, mit ihnen zu kämpfen.
Eigentlich wäre ich niemals auf die Idee gekommen, dass meine Kaninchen an ihnen erkranken könnten, denn schließlich bekamen sie von uns eine ausgewogene Ernährung und allerbeste Pflege. Doch eines Morgens saß unser Häschen wie paralysiert in seinem Stall, sein Fell verdeckte noch sporadisch eine Wunde am hinteren Rückenbereich. Als wir es schließlich genauer untersuchen wollten, krochen sie uns schon entgegen. Dutzende! Wir waren furchtbar erschrocken und absolut überfordert mit dieser Situation, darüberhinaus war am Sonntagvormittag auch nicht gleich ein Tierarzt zur Stelle, so mussten wir eben selbst helfen! Wir setzten Lucy in eine flache Wanne mit warmem Kamillentee, um die Wunde wenigstens etwas freizulegen und zu desinfizieren. Anschließend kamen wir nicht drumrum die Maden einzeln mit einer Pinzette runterzuholen. Dabei übersahen wir aber die Dutzenden Fliegeneier, die sich noch in ihrem dichten Fell befanden, sodass wir, mit Hilfe des Tierarztes, schließlich drei Tage brauchten um komplett alle Maden zu entfernen und ich kann euch sagen, dass dies trotz der Gummihandschuhe keine angenehme Aufgabe war. Nach einigen Wochen, die Lucy dann schließlich im Haus verbringen musste, war sie dann wieder fit - die Wunde war gut verheilt und das ehemals pechschwarze Fell wuchs schneeweiß wieder nach. In der Folgezeit mussten wir noch zweimal mit Fliegenmaden kämpfen, die aber bei weitem nicht mehr so zahlreich waren. Fast "routiniert" gingen wir die Herausforderung an und in jeweils einem "Waschgang" war Lucy von ihren unschönen Besuchern befreit. Zum Glück war sie eine ganz brave, die die Prozedur mit einer Seelenruhe über sich ergehen ließ. Zwei Jahre später musste sie schließlich eingeschläfert werden. Ihr hinterer Muskel am Rücken wurde durch den ersten Madenbefall so geschädigt, dass er sich zurückbildete und sie schließlich nicht mehr laufen konnte. Ein harter Schlag für uns, da wir wirklich immer sehr viel Zeit und Aufopferung darin gesteckt haben, sie gesund zu pflegen....

Mein Tipp für alle Kaninchenbesitzer, die ihren Tieren dieses Schicksal ersparen möchten
Ein Fliegengitter muss unbedingt am Stall befestigt werden. Die Häschen müssen natürlich täglich kontrolliert, was sich problemlos mit der Kuschelstunde vereinbaren lässt. Da unsere Hoppler über den Winter leider tierisch zugenommen haben und es sehr schwer ist, sie auf Diät zu setzen, helfen wir beim Putzen etwas nach. Babypuder schützt nasse Stellen, auf die sich die Fliegen gerne stürzen. Und auch wenn die Tierärzte davon abraten: Wenn sich bei den Tieren zuviel Dreck angesammelt hat, dann setzen wir sie in eine Wanne mit ganz flachem warmen Wasser und machen sie auf diese Weise sauber. Danach trocknen wir sie gut mit einem Handtuch ab und legen den Käfig gut mit Heu aus, damit keine Unterkühlung droht. Die Nacht verbringen sie natürlich im Haus, damit sie nicht noch krank werden und anderen Erregern zum Opfer werden. Ich kann nur jedem raten, sich diese Mühe zu machen. Wenn man sich Haustiere anschafft, dann muss man auch etwas Zeit investieren und wer das schon einmal durchmachen musste, was wir schon erlebt haben, der macht dies gerne!


Ralph schreibt:
Nachdem im Web fast ausschließlich von Kaninchen geschrieben wird, die innerhalb kürzester Zeit von Fliegenmaden umgebracht bzw. gefressen wurden, will ich mal etwas Positives berichten!
Unsere Kaninchen werden draußen im Gehege gehalten. Meine Tochter hat letzte Woche ihr Lieblingswidderchen aus dem Stall geholt und plötzlich am Hintern des Tieres kleine Maden entdeckt. Wir sind noch am Abend zum Tierarzt gefahren. Da es an 8 verschiedenen Stellen befallen war und es schon große Löcher im Fell gab, hat uns der Arzt nur noch wenig Hoffnung gemacht. Bei dem dichten Fell richtet hier auch kein Flohkamm etwas aus. Zu dem würde man ja damit die offenen Stellen noch mehr reizen.
Töten kann man die Maden auch nicht, da sie dann ein Gift absondern, dass den Hasen wahrscheinlich ebenfalls umbringen kann. Wir haben dann Zuhause einfach das Tier mit einer Gartendusche bzw. Gartenspritze am Hintern solange mit Wasser abgeduscht bis die Maden aus dem offenen Stellen entfernt waren. Das waren beim ersten Mal geschätzte Tausend. Am nächsten Morgen waren es bei der einstündigen Dusche schätzungsweise etwa 100, die sich alle wieder über offenen Wunden hergemacht haben. Nach dieser ersten Spülung haben wir es dann noch dreimal an diesem Tag wiederholt. Am Abend konnten wir die etwa ein Dutzend verbliebene mit der Pinzette entfernen. In der Scheide des Hasens waren noch weitere, die unsere Hoffnung auf Genesung wieder etwas geschmälert hatten.
Hier half aber gutes Festhalten und ein paar ölige Q-Tips. Die Tierärztin staunte dann am Folgetag. Fast alle Maden waren weg und die Löcher fingen zu heilen an. Sie hat dann noch drei Maden gefunden und entfernt und dem Hasen noch Antibiotika gespritzt.

Wie sie sagte, können Maden sich nicht so festbeißen, dass sie dem Wasserstrahl der Gartenspritze standhalten können. Auch ist ein Vorteil, dass die Maden sich nicht selbst fortpflanzen können und somit nur ein fliegenfreier Bereich während der Heilung wichtig ist. Auch kriechen die Maden nicht in den After oder tiefer in die Scheide des Tieres ein. Es gibt also gute Chancen, wenn man die eklige Arbeit auf sich nimmt!


Eine andere Erfahrung von Scarlett:
Hallo,
ich habe den Bericht über Fliegenmaden grade gelesen und muss noch etwas dazusagen.
(Ich hatte selbst ein Kaninchen das befallen war. Es hatte eine eitriges Geschwür am rechten Hinterlauf.)
    Ganz wichtig:
  • Bei Diagnose des Befalls Fell großzügig wegschneiden und das ganze Kaninchen absuchen auf "Löcher" in der Haut. Die Maden fressen sich in die oberste Hautschicht und fressen sich von dort weiter! Diese Löcher sieht man nur schwer da sie werder bluten noch nässen. Es ist nur eine winzige, kahle Stelle und erst wenn man die Haut hoch zieht sieht man das Loch meist mit Made drin.
  • Manche TA raten dazu, sofort einzuschläfern, bitte nicht!
    Bei vielen Tieren ist eine Behandlung möglich und das überschnelle Einschläfern nur der einfachste Weg. Viele Besitzer sind in diesem Moment geschockt und wollen das Tier nur schnell erlösen was oft noch nicht nötig wäre.
  • Es gibt gute Medikamente die Maden und andere Ektoparasiten abtöten. Diese werden unter die Haut gespritzt. Den TA darauf hinweisen und nachfragen.
  • Wichtig ist auch noch wo bzw. was den Befall begünstigt hat. z.B. Durchfall, Wunden, Fettleibigkeit, etc. Mann sollte nie pauschal urteilen es muss je nach Stadium und Zustand des Tieres entschieden werden. Sollte der TA sich nicht genug mit diesen Medikamenten auskennen, dann lieber in eine Tierklinik gehen die haben meistens einen Arzt der sich speziell mit Kleintieren auskennt und Ihnen mehr Informationen geben kann.

Das Ganze soll bitte nur als Hilfe für Besitzer gesehen werden.
Die Entscheidung des Erlösens des Tieres liegt beim Besitzer un dem TA.


Wenn noch Fragen zum Thema Fliegenmaden offen sind, hier findest du weiteres Infomaterial. Wir freuen uns über deinen Besuch!



 

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