Folgen falscher Ernährung


Die Ernährung ist das Grundlegende, was uns alles am Leben hält – deshalb sollte sie mit Bedacht, Sorgfalt und den nötigen Kenntnissen ausgewählt werden.

In viel zu vielen Haushalten (und persönlich vermute ich, dass das noch immer 60% der Kleintierhalter betrifft) wird falsch gefüttert. Wenn ein Tier falsch ernährt wird, kann dies vielerlei Auswirkungen haben.
Übergewicht ist das häufigste Resultat falscher Ernährung im Zusammenspiel mit zu wenig Bewegung. Kaninchen werden gerne mit Trockenfuttermischungen ernährt. In den meisten sind enthalten: Zucker, Honig, Getreide. Diese drei Grundstoffe, auf denen die meisten Trockenfuttermischungen basieren, sind schuld, dass das Kaninchen an Übergewicht leidet. Nicht zu vergessen sind die vielen bunten Knusperrteile die oftmals enthalten sind. Diverse Farbstoffe sind manchmal gar nicht und überwiegend nur ungenau deklariert. Würdest du sowas essen wollen? Langfristige Leberschäden sind nicht auszuschließen.

Desweiteren ist Getreide (Mais, Hafer, Roggen,...) vollkommen ungeeignet als Futterbasis. Der hohe Kohlenhydratanteil liefert viel Energie und der Stärkegehalt (Zuckerart) kann ein ungünstiges Bakterienwachstum um Darm begünstigen. In der Natur ist reifes Getreide für gewöhnlich nur im Sommer/Herbst kurz vor und nach Erntezeit zu bekommen. Demensprehend können sich die Tiere für den kommenden Winter den notwendigen Winterspeck anfuttern.

Wenn zu ungesunden Futter zu wenig Bewegung kommt, hat man ein übergewichtiges Tier daheim sitzen. Übergewicht schlägt ebenfalls auf das Herz – es verfettet langsam, aber stetig. Es sind schon Fälle bekannt geworden, dass übergewichtige Kaninchen aus beengten Verhältnissen vermittelt wurden und von den neuen Haltern -gutgemeint- in größere Platzverhältnisse gesetzt wurden. Dies hielt das Herz der Tiere nicht aus und sie verstarben.

Übergewicht hat unter anderem auch zur Folge, dass die Tiere unsauber werden, da sie sich nicht korrekt selbst putzen können. Kaninchen haben nur ihr Maul, mit dem sie sich waschen und sauber halten können. Wenn nun jedoch der Körper so dick wird, dass sie an viele Stellen nicht mehr heran kommen, werden die Tiere unsauber. D.h. die Geschlechtsecken zum Beispiel werden von Urin durchtränkt, der Urin trocknet ein und das Tier stinkt! Bei Kaninchen kommt hinzu, dass die Tiere bei Übergewicht nicht mehr den notwendigen Blinddarmkot aufnehmen können, der durch doppelte Verdauung mit lebenswichtigen Vitaminen angereichert ist. Das Tier wird Durchfall bekommen und bei erfolgloser oder zu später Bemerkung und Behandlung kann es durchaus schon zu spät für die Tiere sein!

Nicht zu unterschätzen sind Zahnprobleme durch falsches oder nicht ausreichendes Futter:
Kaninchen brauchen kein hartes Brot zum Zahnabrieb, dazu brauchen sie ihre Zähne. Das heißt, sie brauchen hochwertiges Futter dass sie lange kauen (Zweige, Blätter, Wiese, Heu). Passiert kein ausreichender Zahnabrieb kommt es zu Schiefstellungen, Zahnbrücken, Zahnspitzen, Zahnabszessen, Fisteln. Alles ist sehr schmerzhaft und kan tatsächlich unbehandelt zu Tod führen.

Schwerwiegende Probleme mit der Verdauung:

  • Verstopfung (zu hoher Rohfaseranteil, hochverdauliche Nahrung)
  • Blähungen (Gähren falscher Nahrung im Darm)
  • Magenüberladung (zuviel wird auf einem Schlag gefressen)
  • Durchfall (kaltes, nicht gewöhntes Futter bringt den Darm durcheinander)

Klar, passiert das in den seltensten Fällen alles auf einmal und sofort, aber langfristig kann das falsche Futter nun einmal großen Schaden anrichten. Nicht zu vergessen sind Folgeschäden die aus den akuten Problemen herrühren. Bspw. leiden viele Kaninchen selbst nach einer vorsichtigen Futterumstellung ihr Leben lang an Darmproblemen von zu falscher Fütterung. Teils können sogar Darmzotten absterben und diese wachsen nicht nach. Ohne oder mit einer geringeren Anzahl von Darmzotten können nicht ausreichend Nährstoffe aufgenommen werden, das begünstigt Mangelernährung und weitere ernste Folgen. Ebenfalls möglich durch falsche Ernährung ein ernsthafter Fliegenadenbefall durch unsauberes und riechendes Fell.

Deshalb informier dich bitte, was bei ihren Haustieren auf dem Tisch landet. Ein wichtiges Argument ist immer, wir entscheiden selbst, was wir essen möchten aber das Haustier kann es nicht und muss damit leben, was wir ihm vorsetzen. Also mach dir über die Berdürfnisse deiner Schützlinge genauso viele Gedanken wie über dein eigenes Essen.

Hier noch ein überaus interessanter Auszug zu den gern gefütterten Pellets im handelsüblichen Trockenfutter:

Zitat Wikipedia:
Es wird jedoch explizit darauf hingewiesen, das ein höherer Rohfasergehalt von > 22 % Verstopfungen (Koprostase) verursachen kann. Die zermahlenen Bestandteile von Pellets können zu Verdauungsproblemen führen, da sie nicht der arttypischen Nahrungsstruktur entsprechen. Als Konzentrat enthalten Pellets kleine, hochverdauliche Nahrungsteilchen, die nur langsam den Darmtrakt passieren. Da im Blinddarm ähnliche Verhältnisse wie in einer Fermentationskammer herrschen, kann die lange Verweilzeit zu Gärprozessen führen, die zur Vermehrung krankheitserregender Keime und zum Beispiel zu Erkrankungen wie Kokzidiose führen können. Diese Gärprozesse lassen den normalerweise leicht sauren pH-Wert des Blinddarms von ca. 6 in den basischen Bereich auf 8 ansteigen. Bakterien wie Clostridien, die im sauren Milieu inaktiv sind, bietet sich so ein guter Nährboden für die Vermehrung. Strukturierte Trockenfutter (nicht zerkleinerte Kräuter oder Gemüse) haben den Nachteil der zermahlenen Rohfaser nicht, da sie in der Regel aus getrockneten, natürlichen Komponenten bestehen, die lediglich grob zerkleinert werden.



 

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