Nachwuchs


Allgemein vorweg

Wir alle lieben unsere Tiere und irgendwie kann man auch die Leute verstehen, die von ihren geliebten Tieren einmal Nachwuchs möchten oder auch nur Babies aufwachsen sehen möchten. Aber es ist äußerst fahrlässig mit Tieren zu experimentieren und das auch noch "züchten" zu nennen.
Es gehört wirklich mehr dazu, als ein Männchen und ein Weibchen zusammenzusetzen und abzuwarten.
Man braucht zumindest die Erfahrung, Gelassenheit, genetisch kompatible Tiere (das ist mit einer unbekannten Herkunft nie sicher) viel Platz, Geld für eventuelle Tierarztkosten und das notwendige Wissen.

    Zuvor muss man sich ernsthaft Gedanken machen über:

  • Tragzeiten
  • die Vorbereitug des Geheges
  • die Bereitstellung einer richtigen Wurfbox und geeignetem Nistmaterial
  • welche Grösse der Rammler nicht überschreiten darf (proportional zur Grösse der Häsin)
  • den tödlichen, sog. Letalfaktor
  • Zahnprobleme die der Nachwuchs mitbekommen kann
  • wie eine normale Geburt abläuft und wann man einen Tierarzt rufen muss
  • wie normale Nachwuchspflege aussieht
  • wann eine Zippe normal säugt
  • welche Anzeichen muss man erkennen, dass die Häsin die Jungen nicht annimmt
  • wie erkenne ich, ob die Mutter keine Milch hat
  • wie und welche Milch darf/ muss man zufüttern, und wann
  • ob man notfalls auch alle paar Stunden von Hand zufüttern würde
  • wielange Kaninchen im Normalfall bei der Mama bleiben müssen
  • wohin die Kleinen nach der Aufzucht kommen: eine Abgabe in Einzelhaltung, ins Tierheim, zu Zoohandlungen o.ä. sind kein feiner Zug





Weiter steht auch die Frage im Raum, warum man sich Nachwuchs wünscht:

Weil ein (inkompetenter) Tierarzt sagt, das sei nötig.
Eine Schwangerschaft hat keinerlei positive Auswirkungen auf eine Häsin.
Sie verhindert keine Hitze, keine SSS, kein Dominanzverhalten, keine Tumore oder andere Krankheiten.
Möchte man "mal Jungtiere aufwachsen" sehen?
Das kann man prima bei ehrenamtlicher Arbeit im TH oder Tierschutz.
Es ist kein Geheimnis, dass die Tierheime und Tierschutzorgas vor Kaninchen und Meerschweinchen aus allen Nähten platzen, Käfige sich bis zur Decke stapeln, sogar Konferenzräume als Kaninchen"Lager" benutzt werden müssen.





Meerschweinchen

Meerschweinchen sollten nicht älter wie 1 Jahr sein, wenn sie das erste mal Werfen da es sonst zu Komplikationen kommen kann, da sich das Becken des Weibchens anfängt zu verhärten und die Babys so keinen Platz mehr haben um heraus zu kommen. Jedoch sollte die Meeriedame auch nicht jünger wie 6 monate sein, da es dann auch zu Wachstumsproblemen der jungen Mama kommen kann.
Wirft ein Meerschweinchen in den Wintermonaten und Sommermonaten sind Geburt und Aufzucht sehr anstrengend.
Es kommt nicht selten vor das Sommerjunge oder Winterjunge sterben wegen Hitze oder Kälte.

Die Meerschweinchendame ist alle 14-18 Tage aufnahmebereit, der Bock umwirbt seine Frau indem er mit wiegenden Schritt um sie herum geht und brommselt. Wenn die Dame des Hauses dann soweit ist bleibt sie stehen und hebt den Po leicht an. Der Deckungsakt braucht nicht länger wie ein paar Sekunden.
Die Schwangerschaft erkennt man meist erst in den letzten 2-3 Schwangerschaftswochen, wenn die Meeriedame fast um das 3fache ihrer ursprünglichen Breite zunimmt.

Das trächtige Meerschweinchen kann man ruhig in der Gruppe lassen, jedoch sollte man alsbald den Vater kastrieren und ihn in eine extra Gruppe setzen. Quarantänezeit min. 6 Wochen, heißt der Bock soll mindestens sechs Wochen von den Meerschweinchendamen ferngehalten werden, denn auch Meerschweinchen haben so etwas wie einen "letzten Schuß". Aber auch hier kann es auch zu Komplikationen kommen, manche Meerieböcke lassen sich nach dem Decken unter Umständen nur schwer in eine reine Böckchen-Wg integrieren.
Nach der Quarantänezeit darf er wieder zu seinen Weibchen. Die Meeriedame kann schon nach wenigen Stunden der Geburt wieder empfängnisbereit sein.

Die bevorstehende Geburt kündigt sich bei der jungen Mutter kaum an, das Weibchen baut kein Nest, sondern sucht sich einen ruhigen Platz im Gehege wo sie ihre Babys in Empfang nehmen kann. Dabei spreitzt sie die Beine im Sitzen und die Jungen werden mit dem Kopf voran geboren. Für jedes Neugeborene braucht das Weibchen mindestens 10 Minuten um es heraus zu ziehen, abzunabeln und die Eihaut zu entfernen. Manchmal geht die Geburt so schnell das, daß Weibchen gar nicht hinterher kommt alle Babies heraus zu ziehen. Die Eihaut und Nachgeburt wird am Schluß gefressen. Liegt dein Meerie bei der Geburt auf der Seite, ist das kein "Normalfall" deshalb solltest du den Tierarzt bestellen.

Meerschweinchen kommen voll entwickelt auf die Welt, schon im Mutterleib verlieren sie ihre Milchzähnchen und öffnen die Augen. Sie wiegen ca. 60g-100g und werden nur 2-3 Wochen gesäugt, nehmen bis zur 6. Lebenswoche täglich ca. 3-4 Gramm zu. Es ist zu empfehlen die Jungen täglich zu wiegen damit kann eine Gewichtsabnahme die auf Krankheit oder eine "unreife Mutter" zurückführen kann vermieden werden in dem man zufüttert. Die jungen Böckchen sollte man mit 3-6 Wochen von der Mutter und den Schwestern trennen, um eine weitere Schwangerschaft zu vermeiden.




Kaninchen

Die Häsin (Kaninchenweibchen) ist das ganze Jahr empfängnisbereit. Manchmal reicht auch nur die Anwesenheit eines Bockes aus, um sie hitzig zu machen. Der Deckakt dauert höchstens 15 Sekunden. Die Trächtigkeit dauert ca. 30 Tage, jedoch sieht man die "Schwangerschaft" dem Kaninchenweibchen nicht an. In den letzten Tagen der Tragezeit, beginnt sie ein Nest mit Heu, Stroh, Fell oder Stoffresten zu bauen. Am besten sollte die Kaninchendame dafür auch ein Häuschen (oder Wurfbox) haben. Die meisten werdenden Mütter sind in der Zeit, etwas scheuer und vorsichtiger, das ist normal und muß man hinnehmen. Natürlich sollte man die Häsin auch nährstoffreicher und vielseitig Ernähren (mehr Kräuter, Knollenfutter etc).

Wenn man weiß das die Häsin trächtig ist, sollte man vor der Geburt einmal die Wurfbox und das Gehege gründlich reinigen (falls schon ein Nest gebaut wurde nicht entfernen, herum putzen), denn wenn die Jungen erst einmal da sind fällt das aus um sie nicht zu stören. Die Geburt der Jungtiere findet meist nachts statt, da das Weibchen dabei ungestört sein will. Nach ein paar Stunden kann man es wagen, vorsichtig in das Nest zu sehen und zu schauen ob auch alle Junge wohl auf sind. Falls ein Junges nicht in seinem Nest liegt muß man es zurück legen, denn die Mutter tut dies nicht. Wenn noch Reste von der Nachgeburt da sind oder tote Babies müssen sie entfernt werden.

Kaninchenjunge können sehr schnell abmagern, da die Mutter sie nur einmal am Tag säugt. Aus diesem Grund sollte man die Kleinen jeden Tag (am besten immer um die selbe Uhrzeit) kontrollieren. Wenn die Bäuche glatt und rund sind, dann sind sie wohlgenährt. Falls sie eingefallen und faltig sind, kann man damit rechnen das sie am nächsten Tag gestorben sind (am besten zufüttern). Die Junge kommen völlig nackt, blind und taub auf die Welt. Wenn eine Kaninchenmama ihre Junge groß ziehen kann und auch will, sollte man dies auch lassen und nicht auf die Idee kommen, die Jungen selbst groß zu ziehen denn dann seien sie anhänglicher, zahmer und lieber.

Es ist sehr wichtig für die jungen Kaninchen so lange wie möglich bei ihren Artgenossen und vorallem bei ihrer Mutter zu sein. Besonders die Kolostralmilch, die direkt nach der Geburt von der Mutter abgegeben wird, ist sehr wichtig, weil sie sehr eiweißreich ist und viele wichtige Schutzstoffe enthält. Zwischen dem 7. bis 11. Tag öffnen die Jungen die Augen und ihr Körper ist von einem weichen Babyflaum bedeckt. Man kann sogar schon die spätere Fellzeichnung erkennen. Ab ca. dem 14. Tag fangen die Kleinen langsam an aus dem Häuschen zu krabbeln und erkunden neugierig ihre Umgebung.

Ihr Fell ist bereits schon sehr schön entwickelt. Nach ca. 21 Tagen werden die Ausflüge der Kleinen öfters und auch länger.

Sie sind interessiert an ihrer Umwelt. Sie fangen langsam an am Heu zu knabbern und dann auch langsam am Frischfutter. Jedoch sollte man da noch vorsichtig heran gehen und die kleinen erst langsam an das Frischfutter gewöhnen. Schnell vergeht die Zeit und schon nach ca. 49 Tagen stellt sich der Magen- und Darmtrakt völlig auf feste Nahrung um, trotzdem trinken die Jungen noch sehr gerne bei der Mutter Milch. Schnell vergeht die Zeit und 10 Wochen sind schon um. Die Jungen haben sich alle prima entwickelt und es ist Abschiedszeit. Man kann sie nun in nette Langohrengesellschaft abgeben oder das Gehege vergrößern und alle behalten.



 

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